2008

Ein Jahrgang, der noch einmal davongekommen ist
Die außergewöhnlich späte Lese dieses Jahrgangs war die Folge eines Wachstumszyklus, der unter schwierigen Witterungsbedingungen gelitten hatte: 2008 war für den Winzer ein sehr mühsames Jahr.

Nach einem milden und trockenen Winterende wurde der Knospenaufbruch durch kaltes Wetter von Mitte März bis Ende April aufgehalten.
Der sehr niederschlagsreiche Mai endete mit einem Hagelgewitter, von dem das südliche Médoc und auch einige Parzellen von Château Palmer betroffen waren, was die Belastung der Weinreben noch erhöhte.
Die Blüte fand im Juni unter äußerst ungünstigen frischen und regnerischen Witterungsbedingungen statt. Das Ergebnis war ein starkes Verrieseln, insbesondere bei unseren alten Merlot-Reben.
Das Mehltaurisiko war in diesem Jahr gleichbleibend hoch. Wir hatten gedacht, dass es diesbezüglich nicht schlimmer als in 2007 kommen könne, doch 2008 belehrte uns des Gegenteils!

Das Juliwetter spielt eine entscheidende Rolle für die Polyphenolsynthese. Der Juli war insgesamt sehr schön: der Sommer startete schon um den 20. Juni herum und sorgte für eine relativ trockene Schönwetterperiode, die bis zum 10. August andauerte. Sie geriet jedoch durch das weniger freundliche Wetter, das im restlichen August und bis zum 14. September folgte, in Vergessenheit, umso mehr als das Krankheitsrisiko hoch war und bekämpft werden musste. Aber wichtig war schönes Wetter im Juli, und das hatten wir!

Die schlechten Witterungsbedingungen im August und Anfang September mit kaltem und feuchtem Wetter schlugen unerwartet und unerhofft um. Ab dem 14. September stellte sich Nordwind ein und brachte trockenes und schönes Wetter mit.
Der Wind trocknete die kleinen Botrytis-Herde, die angefangen hatten, uns Sorgen zu bereiten.
Wir konnten ohne große Beunruhigung hinsichtlich des Gesundheitszustands der Trauben warten, bis auch die letzten ihren Reifeprozess vollständig abgeschlossen hatten. Die Nächte waren kühl, was eine sanfte, ausgeglichene und elegante Aromen begünstigende Reife ermöglichte. Ein Wunder, wie es nur die Natur bescheren kann!

In den Weinbergen wurden systematisch Echardage-Arbeiten ausgeführt (Entfernung von Seiten- und Zweittrieben), um für eine bessere Durchlüftung des Laubs zu sorgen und die Konzentration in den Trauben zu optimieren.
Aufgrund der beträchtlichen Verrieselung waren Ausdünnungsarbeiten nur an äußerst wenigen Stellen notwendig. Wir beschlossen jedoch Anfang September, alle grünen Trauben zu beseitigen, um die Reifebedingungen der anderen zu verbessern.

Dieser Jahrgang ist noch einmal davongekommen! Nachdem die Stimmung Anfang September auf dem Tiefpunkt angelangt war, kam Mitte Oktober nach der Lese wieder Optimismus auf. Die Merlots warteten mit einem hohen Konzentrationsniveau und einem potenziellen Alkoholgehalt von 13,5 bis 14,5%vol auf, womit niemand gerechnet hatte. Was die Cabernet Sauvignons anging, pendelte sich der Zuckergehalt auf einem normalen Niveau von potenziell 12 bis 12,5%vol Alkohol ein. Aber auch sie zeichneten sich durch einen außerordentlichen Polyphenolgehalt aus sowie durch perfekt reife, samtige und vollmundige Tannine.
Die Weine wurden sehr früh, bereits Mitte November, in Fässer gefüllt.

Die langwierige Arbeit der Verkostung und Beurteilung der Posten im Hinblick auf die endgültige Assemblage hat das Potenzial der Weine bestätigt. Sie sind von einer herrlichen Tiefe und einer bemerkenswerten Finesse gekennzeichnet und bringen das Terroir von Château Palmer in diesem auferstandenen Jahrgang aufs Beste zum Ausdruck.



GESAMTE NIEDERSCHLÄGE VON APRIL BIS SEPTEMBER (in mm):

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 Mérignac
/ 30 Jahre
396 362 307 298 314 193 269 327 409 379


Die Weinlese auf Château Palmer

Weinlesezeitraum: vom 1. bis zum 17. Oktober
Die späte Weinlese begann am 1. Oktober für die am frühesten reifen Merlottrauben.
Der Cabernet Sauvignon wurde ab dem 13. und der Petit Verdot ab dem 9. Oktober geerntet.

Die Erträge:
Der Ertrag der Weinberge belief sich 2008 auf 30 hl / ha.

Die Assemblagen:

Château Palmer
Merlot: 51 %
Cabernet Sauvignon: 41 %
Petit Verdot: 8 %

Alter Ego
Merlot: 52 %
Cabernet Sauvignon: 48 %
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