palmer 2005
2005, ein besonders trockenes Jahr für einen Spitzenjahrgang
Die Trockenheit
Niemand kann sich in Frankreich an eine vergleichbar lange Trockenperiode erinnern.
Während der 12 Monate vor der Weinlese fielen gerade mal 400mm Niederschlag bei einer
Normale von 925mm, also ein Defizit von 57% (siehe Grafik).
Zur ausreichenden Wasserversorgung mussten die Rebstöcke daher ihre Wurzeln besonders
tief in den Boden vortreiben, wobei aber nur die für die Blattentwicklung und
Traubenreife notwendigen Wassermengen aufgenommen wurden.
Temperaturen
Während der Saison lagen die Temperaturen über der Normale, jedoch niemals so hoch
wie während der Hitzeperiode 2003.
Grünschnitt
Um den Wasserbedarf der Rebstöcke zu senken, entfernten wir die jungen Triebe,
banden die restlichen sorgfältig auf und entfernten die unnützen Beiaugen. Dank
dieser Maßnahmen reiften die Trauben unter optimalen Bedingungen.
Reife
Nach einer schönen Weinblüte Anfang Juni unterbrach der sehr heiße Sommer den
Vegetationszyklus der Rebstöcke, wie es häufig bei Spitzenjahrgängen der Fall
ist. Die Trockenheit hatte 2 Auswirkungen auf das Lesegut:
- Die Beeren blieben recht klein und die Erträge daher sehr gering.
- Die Inhaltsstoffe der Beeren konzentrierten sich ungemein, was eine ausgezeichnete Qualität vermuten lässt.
Obwohl rein technisch der Reifeprozess (Zucker/Säure) um den 10. September
abgeschlossen war, galt es den Weinlesebeginn nicht zu überstürzen, trotz des
sehr hohen potenziellen Alkoholgehalts. Dieser änderte sich auch später nicht
mehr, genau wie der Säuregrad. Erst 2 Wochen später, nach ersten Regenfällen
Anfang September, hatten die Phenolbestandteile ihre langsame Reife abgeschlossen.
Weinlese und Weinbereitung
Die Merlot wurden ab dem 22. September geerntet und wir vermuteten ein Lesegut
von hervorragender Qualität.
Schon beim ersten Umpumpen verführte der Most durch seine kräftige Farbe und
der mächtige Duft reifer Früchte breitete sich im Gärkeller aus. Der hohe
Reifegrad der Trauben erleichterte die Kellertechnik und angesichts eines
bisher noch nie erreichten Zuckergehalts taten wir alles, damit die Gärung
unter besten Bedingungen stattfinden konnte.
Der Cabernet Sauvignon und der Petit Verdot wurden unter ausgezeichneten
Bedingungen zwischen dem 30. September und 7. Oktober gelesen.
Durch tägliche Verkostungen konnten wir den Extraktionsprozess sehr präzis
steuern und dieser mächtige und konzentrierte Jahrgang wahrte so seine
ganze Frische und Ausgewogenheit.
Während der Vinifizierung und ersten Ausbaumonate erwies sich das
hervorragende Terroir von Palmer, dank der sachkundigen Mitarbeit aller,
den außergewöhnlichen Witterungsbedingungen wieder einmal problemlos
gewachsen. Dieser Jahrgang ist sicherlich ein Markstein in der Geschichte
von Château Palmer.
Château PALMER, den 9. März 2006.
Pressemeinungen über Château Palmer 2005
Rebfläche: 50 Hektar
Bestockung: Merlot 47%, Cabernet Sauvignon 47%, Petit Verdot 6%
Erträge 2005: 32 hl/ha
Assemblage für den Jahrgang 2005
CHÂTEAU PALMER: Merlot 40%, Cabernet Sauvignon 53%, Petit Verdot 7%
ALTER EGO: Merlot 57%, Cabernet Sauvignon 43%