CHATEAU PALMER, 30/06/2008
„Saisonberichte Château Palmer"
Saisonberichte Château Palmer
Der Winter 2007/2008 war ein echter Winter, wie wir ihn schon seit einigen Jahren nicht mehr gekannt hatten mit Temperaturen, die im November und Dezember mehrere Tage lang unter den Gefrierpunkt fielen.
Nach einem regenreichen Januar (15 Regentage) ließen Milde und trockenes Klima im Februar die Weinstöcke früh erwachen. Der Knospenantrieb setzte bereits in der ersten Märzhälfte ein.
Der ganz normal kühle und feuchte März und der darauffolgende extrem frische und vor allem regnerische April (am 7. April wäre es beinahe zu Frost gekommen, und wir zählten insgesamt 19 (!) Regentage) bremsten das vegetative Wachstum der Weinstöcke beträchtlich.
Der Rückstand konnte im Mai dank einer ersten Dekade mit schönem und warmem Wetter (Durchschnittstemperatur 17°C), gefolgt von einer zweiten weiterhin milden, aber sehr feuchten Monatshälfte, aufgeholt werden.

Die Blüte begann ein wenig später als gewöhnlich. Die ersten Blütenkäppchen lösten sich Ende Mai lediglich an den frühreifsten Weinstöcken ab. Sie endete um den 20. Juni herum nach 15 Tagen mit wechselhaftem Wetter, das von einem Hagelgewitter und mehreren Gewittern mit heftigen Regenfällen geprägt war. Das kühle und feuchte Wetter während der ersten Junihälfte schadete dem Fruchtansatz. Die Verrieselungsrate ist bereits sehr hoch, auch wenn es noch zu früh ist, um die Auswirkungen auf das Volumen der Lese 2008 abzuschätzen.
Seit Beginn der zweiten Junihälfte hat sich warmes und trockenes Wetter eingestellt, das uns auf ein Ende des starken Drucks hoffen lässt, unter den uns der Mehltau seit Anfang Mai setzt.
Insgesamt war der Frühling sehr regenreich: 46 Regentage bei einer Gesamtniederschlagsmenge von 262 mm. Man muss bis zum Jahr 2000 zurückgehen, um auf einen ähnlich feuchten Frühling zu stoßen (263 mm im gleichen Zeitraum 2000).

Die Arbeiten sind nun zum größten Teil im Gange, um die besten Voraussetzungen für die Reife dieses neuen Jahrgangs zu schaffen. Wir haben das Ausbrechen abgeschlossen, eine Arbeit, die größte Sorgfalt erfordert und darin besteht, per Hand die jungen wenig oder nicht fruchtbaren Triebe zu entfernen, da sie den Fruchttrieben Konkurrenz machen würden, die vom Winzer während des Rebschnitts im Winter ausgewählt wurden. Seit dem 25. Juni sind wir dabei, die Seiten- und Zweittriebe zu beseitigen.
In den Weinkellern ist der Ausbau des Jahrgangs 2007 in vollem Gange. Sowohl der Château Palmer, der zu 50 % in neuen Eichenfässern heranreift, als auch sein Alter Ego (zu 35 %) absorbieren das Holz, ohne es jedoch Überhand nehmen zu lassen.
Die Flaschenabfüllung des Alter Ego 2006 fand im vergangenen April statt; der Château Palmer 2006 ist in der ersten Juliwoche an der Reihe. Die Verkostungen vor der Abfüllung bestätigen die Komplexität und die Tiefe dieses "Terroir-Jahrgangs".
Château Palmer
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