BODEN
Das Terroir von Palmer entstand im Quaternär. Damals lagerten sich über die Zeit
die auch mit von der einige Kilometer flussaufwärts von Château Palmer in die
Garonne mündenden Dordogne angeschwemmten Kiesel am linken Garonne-Ufer ab.
Auf den aus angeschwemmten Kiesböden geformten Kuppen in Margaux und
Cantenac treiben heute die Rebstöcke von Château Palmer ihre Wurzeln mehrere
Meter tief in diesen einzigartigen Boden geformt aus schwarzen und spröden
lydischen Kieseln, weißem oder hellem Quarz, schwarz, grün oder blau geädertem
Quarzit und weißem Chalzedon. Dieser für den Anbau von Spitzenweinen geradezu
prädestinierte Boden bedeckt die Uferlagen und Kuppen entlang der Garonne, daher
sagt man in Bordeaux, dass „die Spitzenanbaugebiete immer auf das Wasser
blicken", ein geflügeltes Wort, das die Bedeutung der Kiesschicht für den
Wachstumszyklus der Rebstöcke beweist.
Auf der insgesamt 52 Hektar umfassenden Rebfläche von Château Palmer wachsen
in fast ausgewogenem Verhältnis Merlot- und Cabernet Sauvignon-Reben, der Petit
Verdot trägt ebenfalls zur Typik der Weine bei. Denn entgegen einer weit
verbreiteten Meinung entscheidet nicht nur die Rebsorte über den Weincharakter:
Jede Rebsorte mit ihren jeweils besonderen Eigenschaften ist nur ein
Ausdrucksmittel für das Terroir. Die Kunst des Winzers ist die Auswahl der richtigen
Rebsorte, um das jeweilige Terroir zur vollen Geltung zu bringen. Er muss die dort
gewonnenen Weine verstehen, um ihren Charakter zu entfalten.
Wir tun alles was in unseren Kräften steht, damit unsere Rebstöcke diesen
Kiesboden optimal nutzen. Durch eine sehr hohe Pflanzdichte − 10000 Rebstöcke
pro Hektar − und durch regelmäßiges Auflockern der Erdoberfläche verstärken wir
die Konkurrenz zwischen den einzelnen Rebstöcken, die dadurch ihre Wurzeln tiefer
in den Boden vortreiben müssen.