Château Palmer Rechtlicher Vermerk
Besitz
Geschichte
 

DIE GEBRUEDE PEREIRE

Zwischen 1844 und 1853, also während der Mehltau-Krise, verwaltete die Pariser Hypothekenbank (Caisse hypothécaire de Paris) das Weingut Château Palmer. 1853, unter dem Zweiten Kaiserreich, kauften dann die Brüder Isaac und Emile Péreire, beide Banker und direkte Konkurrenten der Familie Rothschild, die Besitzung für die damals beachtliche Summe von 413 000 Francs.

Wie auch der General Palmer waren die Gebrüder Péreire außergewöhnliche Persönlichkeiten. Die in Bordeaux geborenen Brüder − Emile im Jahre 1800 und Isaac im Jahre 1806 − trugen entscheidend zur Modernisierung Frankreichs unter dem Zweiten Kaiserreich bei: Banker, Erbauer des neuen Paris zusammen mit dem Baron Haussmann und Napoleon III., aber auch des nahe Bordeaux gelegenen Badeorts Arcachon, Gründer und Besitzer einer Eisenbahnlinie… doch für Isaac und Emile Péreire ist der Kauf von Château Palmer die Krönung ihres Lebenswerks.

Schon ab 1853 investierten die Brüder Péreire in die Umstrukturierung der Rebflächen. Doch leider reichte die Zeit nicht mehr, um Château Palmer bei der Klassifizierung im Jahre 1855 unter den Spitzenreitern zu platzieren: die Besitzung wurde klassifiziert als „Troisième Grand Cru", obwohl sich alle darüber einig waren, das der Wein bei weitem den Spitzenlagen ebenbürtig war.

Isaac et Emile Péreire arbeiteten jedoch unermüdlich an der Verschönerung ihres Besitzes, indem sie 1856 dem bordelaiser Architekten Burguet den Bau des heutigen Schlosses übertrugen und setzten ihr einmal begonnenes Werk, wie bereits der General Palmer, bis zur Erschöpfung fort. Die Gebrüder Péreire und ihre Nachkommen bekämpften den Mehltau und die Reblaus, überstanden den Krieg von 1870 und den Ersten Weltkrieg. Erst die Wirtschaftskrise 1930 zwang sie schließlich zum Verkauf des Weinguts.

   

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