Die im Languedoc geborenen Brüder Jacques und Laurent Pourcel schöpfen ihre Inspiration
aus den regionalen kulinarischen Schätzen. Laut eigener Aussage prägen ihre Küche
Kindheitserinnerungen, Detailkenntnisse über die regionalen Produkte und einige kulinarische
Akzente aus dem nahen europäischen Ausland.
Der im Languedoc gepflegten Kochkunst ist Spanien näher als Italien: kräftig im
Geschmack mit mächtigen Aromen. Trotz dieser Verwurzelung im südlichen Mittelmeerraum
waren die Gebrüder Pourcel bereit, für 2005 das Menü Harmonies de Palmer zu kreieren.
Eine Gewissensentscheidung, die natürlich auch einige Fragen aufwirft…
Welcher Philosophie folgen Sie generell bei der Vermählung von Weinen und Speisen?
Die ließe sich in einem Wort zusammenfassen: Harmonie. Zwischen dem Gericht und dem dazu
gereichten Wein muss ein echter Austausch − fast ein Dialog − herrschen.
Das Gericht muss sein Eigenleben und sein Aromaspiel wahren, der Wein darf es nur
hervorheben. Was den Wein betrifft, so muss er dem Gaumen schmeicheln und durch seine Finesse
das Geschmackserlebnis der Speise verlängern.
Eine Allianz der Düfte ist nicht leicht, aber sie ist Quelle unvergleichlicher Genüsse.
Empfanden Sie die Vermählung der edlen und subtilen Weine von Château Palmer mit der
temperamentvollen südländischen Küche als eine Herausforderung oder, im Gegenteil, eher als
eine natürliche Beziehung?
Sicherlich keine natürliche Beziehung! Eine solche Vermählung ist sogar eher gewagt! In
solchen Momenten muss man sein bisheriges Bezugssystem vergessen und gewisse Risiken
eingehen. Da wir nicht die Weine anpassen konnten, haben wir unsere Rezepte den Weinen
von Palmer angepasst! Mit solchen Spitzenweinen zu arbeiten ist ein ausgesprochenes Vergnügen.
Wie haben Sie für die einzelnen Jahrgänge der „Harmonies de Palmer" die
jeweils passenden Gerichte ausgewählt? Privilegierten Sie dabei die Textur, die Geschmäcker,
die Aromen der Speisen?
Das ist ein untrennbares Ganzes! Bei einem Gericht ist alles wichtig, gerade wenn es darum
geht Harmonien zu schaffen, wie es der Name so treffend sagt: man muss zwischen Speise und
Wein den perfekten Akkordklang anstreben. Textur, Geschmacksnoten, Aromen, Gewürze,
Gemüsebeilagen… dabei darf man nichts dem Zufall überlassen.
Wir akzentuieren normalerweise gerne die geschmacklichen Besonderheiten unserer Küche
aus dem Languedoc mit sauren und bitteren Nuancen. Im Zusammenhang mit den Weinen von Château
Palmer mussten wir natürlich mit weniger „frappierenden" Geschmacksnoten arbeiten
und optierten für Finesse und Samtigkeit.